SYN:FORMAT

Fotos Simon Detel

SYN:FORMAT

Wer sind wir? Das Projekt ist bereits das Ergebnis eines gemeinsam gestalteten Integrationsprozesses. Es gründet auf der Idee junger geflüchteter Männer, die im Winter 2015/16 der Ohnmacht des Wartens etwas entgegensetzen wollten. Gemeinsam mit Berliner Theatermachern und neu hinzukommenden Ensemblemitgliedern, darunter auch geflüchtete Theater- und Kulturschaffende, erarbeiteten sie die Publikumserfolge ‚Letter TO THE WORLD‘ (2016) und ‚Deine Heimat. Meine Heimat.‘ (2017). Die Inszenierung ‚FREIHEIT‘ bildete 2018 den Abschluss dieser ‚Trilogie des Ankommens‘, die Ausdruck dessen ist, was im Verlauf des Integrationsprozesses mit den Menschen geschieht. 2018 wurde syn:format mit dem ersten Preis des vom Berliner Senat ausgelobten Farbenbekenner-Award ausgezeichnet.
Getragen von ihrem kollektiven Charakter ist die Projektarbeit in ihrem professionellen Anspruch mehr als eine ‚integrative Maßnahme‘. Vielmehr ist sie ein gemeinsam geschaffener Identifikationsraum, der Halt und Orientierung bietet und zugleich exemplarisch für das Neue steht, das es gesellschaftlich zu gestalten und diskutieren gilt.

Woran arbeiten wir? Durch den gemeinsamen Gestaltungsprozess auf Augenhöhe und in professionellem Umfeld erfahren die Teilnehmer*innen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben.  Die Verwandlung der inneren Erlebens- und Gefühlswelt in Texte, gestaltete Materialien, Bühnenkonzepte und greifbare Spielvorgänge lässt sie erfahren, dass sie ihre persönlichen Wünsche und Anliegen (auch in einer fremden Kultur) in die Tat umsetzen und mit ihren Stimmen einen Beitrag zur Gestaltung dieser Gesellschaft leisten können, der wahrgenommen wird. Das Selbstbewusstsein, sich aktiv und kreativ in die Gestaltung einer zukünftigen Gesellschaft einzubringen, wird gestärkt.
In der inhaltlichen Auseinandersetzung erweitert sich der Wissenshorizont der Teilnehmer*innen um maßgebliche Grundpfeiler deutscher Kultur(-Geschichte). Dies wirkt der Ausgrenzung im gesellschaftlich-kulturellen Leben entgegen und erleichtert ihnen konkret die Integration, insbesondere in Studium und Ausbildung. Durch den intensiven Kontakt mit Deutschen und den spielerischen Umgang mit der deutschen Sprache verbessern sich die Sprachkenntnisse signifikant.

Was erwarten wir vom Perspektivwechsel? Wie gelingt eine finanzielle Absicherung des großen Theaterprojekts? Netzwerk, Fundraising, Vereinbarkeit von Regularien von Stiftungen und Förderprogrammen durch öffentliche Mittel mit der Realität, Rechtsberatung für Beschäftigung von Geflüchteten

Internetseite des Projekts:
synformat.org

Ansprechpartnerin:
Magdalena Scharler

Projektlaufzeit:
01.01.2019–31.12.2020

Kultur/Medien
Arbeit/ Beschäftigung